{"id":20,"date":"2022-03-15T23:27:17","date_gmt":"2022-03-15T22:27:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kjpwiesbaden.de\/?page_id=20"},"modified":"2023-09-30T17:06:10","modified_gmt":"2023-09-30T15:06:10","slug":"psychotherapie","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.kjpwiesbaden.de\/index.php\/psychotherapie\/","title":{"rendered":"Psychotherapie"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><u>Psychotherapie f\u00fcr Kinder und Jugendliche&nbsp;<\/u><\/h2>\n\n\n\n<p>Eine Psyche hat jeder Mensch, so wie jeder Mensch einen K\u00f6rper hat. Man kann sagen: \u201ejedem K\u00f6rper wohnt eine Psyche (oder auch synonym: Seele) inne. Beide stehen sogar in Wechselwirkung zueinander (z.B. vor Vorfreude auf den Geburtstag nicht einschlafen k\u00f6nnen; Bauchschmerzen vor einer Pr\u00fcfung haben). Im Gegensatz zum K\u00f6rper kann man die Psyche jedoch nicht direkt sehen oder gar anfassen. Man kann kein Ultraschall oder MRT machen, um zu sehen, wie sie beschaffen ist oder wo sie genau ihren Platz hat oder \u201ewo der Schuh dr\u00fcckt&#8220;. So kommt es, dass viele \u2013 auch Erwachsene \u2013 nicht viel \u00fcber ihre Psyche wissen. Oft kommt es sogar vor, dass man bei Erkrankungen der Psyche Beleidigungen wie: \u201eDer Psycho\u201c oder \u201eDer hat doch nicht alle Tassen im Schrank:\u201c h\u00f6rt, statt ein freundliches \u201eGesundheit\u201c wie beim Niesen wegen einer Erk\u00e4ltung.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist verwunderlich, denn eine psychische Erkrankung kann jeden treffen! Man geht davon aus, dass im Laufe des Lebens jeder dritte Mensch einmal psychisch erkrankt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>In der Tiefenpsychologie fragen wir uns, warum die Psyche die Erkrankung bzw. Symptome (z.B. Schulangst, Trennungsangst, Antriebslosigkeit, Zwangsgedanken, wiederkehrende Wutausbr\u00fcche etc.) entwickeln musste. Wir sehen das Symptom als Symbol f\u00fcr Konflikte in unserer Psyche, die wir zun\u00e4chst gemeinsam verstehen und in Sprache \u00fcbersetzen m\u00fcssen, um den damit einhergehenden Leidensdruck lindern zu k\u00f6nnen. Fachsprachlich sagen wir, dass St\u00f6rungen und Probleme so genannten unbewussten Prozessen unterliegen, d.h. in ihrer Entstehung nicht leicht \u201eaus dem Kopf heraus\u201c verstehbar sind und auch nicht aus reiner Willenskraft ausreichend steuerbar sind. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Metapher, die diese psychodynamische Funktionsweise der Seele gut verdeutlicht, ist der Eisberg, der im Wasser steht. Wir sehen seine Spitze \u2013 das Bewusste, das worauf wir im Alltag gut zugreifen k\u00f6nnen \u2013 deutlich. Doch was sich unter Wasser abspielt: unsere unbewussten bzw. verborgenen Vorg\u00e4nge in der Seele, die gro\u00dfen und bestimmenden Einfluss auf uns haben, werden in sch\u00fctzender Funktion \u201eunkenntlich gemacht\u201c (fachsprachlich nennen wir diesen Prozess: Abwehr). Wenn jedoch \u201eunsere Abwehr durchbrochen\u201c wird oder ihre Kosten den Nutzen \u00fcbersteigen, also belastende psychische Symptome entstehen, ist die Konsultation bei einem Psychotherapeuten empfehlenswert um eine gesunde Funktionsweise\/Balance wiederfinden zu k\u00f6nnen. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die den Beschwerden zugrundeliegenden \u201eunbewussten inneren Konflikte\u201c werden \u00fcber die therapeutische Beziehung, die sich im Laufe der Behandlung mit dem Kind oder dem Jugendlichen einstellt und weiterentwickelt verstehbar und zur Bearbeitung zug\u00e4nglich gemacht. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei dr\u00fccken sich Kinder vorwiegend spielerisch aus, d.h. sie inszenieren ihre belastenden Themen bspw. im Rollenspiel, indem sie mir verschiedene Rollen zuweisen oder ausgew\u00e4hlte Szenen wiederholend dargestellt werden uvm.<br>F\u00fcr Jugendliche steht dagegen das gemeinsame Gespr\u00e4ch im Vordergrund. Der Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung hat auch in der Jugendlichenpsychotherapie einen gro\u00dfen Stellenwert. Es ist wichtig, dass Jugendliche selbst entscheiden k\u00f6nnen, ob sie eine Psychotherapie in Anspruch nehmen m\u00f6chten. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><u>Wann braucht man eine Psychotherapie?&nbsp;<\/u><\/h2>\n\n\n\n<p>Es ist nicht immer einfach zu entscheiden, wann es n\u00f6tig ist professionelle Hilfe aufzusuchen.<br>Manchmal kommt man mit bestimmten Begebenheiten oder Ver\u00e4nderungen nicht zurecht, f\u00fchlt sich \u201eschlecht\u201c, ohne es in Worten genau beschreiben zu k\u00f6nnen o.\u00e4. zus\u00e4tzlich k\u00f6nnen pers\u00f6nliche Krisen wie Trennung\/ Scheidung der Eltern, Mobbingerfahrungen, Krankheits- oder Todesf\u00e4lle zu emotionalen Belastungen f\u00fchren, die das Kind oder der Jugendliche nicht ohne Begleitung bew\u00e4ltigen kann. Wenn man sich f\u00fcr l\u00e4ngere Dauer, ohne es selbst in den Griff bekommen zu k\u00f6nnen, belastet f\u00fchlt, kann eine erste Konsultation bei einem Psychotherapeuten sinnvoll sein.<br>F\u00fcr die Indikationsstellung (Antworten auf die Fragen: Ist Psychotherapie notwendig? In welcher Form und in welchem Umfang?) ist der Psychotherapeut\/die Psychotherapeutin, sowie andere Heilberufe (z.B. Kinder- und Jugendpsychiater\/-in) zust\u00e4ndig. \u00a0<\/p>\n\n\n\n<p><br>Zu betonen ist, dass \u201eAbwarten, bis Gras \u00fcber die Sache w\u00e4chst\u201c eine Verschlimmerung der psychischen Erkrankung nach sich ziehen kann, bspw. kann es zur Komorbidit\u00e4t f\u00fchren (d.h. zur Entstehung einer zweiten St\u00f6rung). Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen kann durch psychische Erkrankung eine altersgerechte Entwicklung blockiert werden, die einen Anschluss an die Peer-Group erschwert, die jedoch wesentlich f\u00fcr die psychische Entwicklung ist. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Gr\u00fcnde daf\u00fcr, dass es einem nicht gut geht, k\u00f6nnen sehr unterschiedliche sein! M\u00f6gliche Anl\u00e4sse k\u00f6nnen beispielsweise sein:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>\u00c4ngste (z.B. soziale \u00c4ngste, Leistungs\u00e4ngste\/Schulangst, \u00c4ngste vor Trennung, \u00c4ngste um andere Personen, Phobien)&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>Depressionen (z.B. sich langanhaltend traurig, leer oder motivationslos f\u00fchlen, nicht mehr weiter wissen mit sich und der Situation)&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>Verlust einer geliebten Person &nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>Erleben eines belastenden Ereignisses (das einem immer wieder \u201ehochkommt\u201c)&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>K\u00f6rperliche Beschwerden ohne medizinischen Befund (z.B. h\u00e4ufige Kopf- und Bauchschmerzen, Schlafst\u00f6rungen)&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>Probleme mit anderen (z.B. h\u00e4ufige Konflikte oder Schwierigkeiten Freundschaften zu schlie\u00dfen)&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>Wut und Aggressionen oder Verweigerungs- und Trotzverhalten und sich dabei nicht mehr selbst steuern k\u00f6nnen&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>Zw\u00e4nge (wenn man etwas wiederholen \u201emuss\u201c, z.B. waschen, z\u00e4hlen, ordnen oder wenn man Gedanken nicht mehr loslassen kann)&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>\u2026&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li><\/li>\n\n\n\n<li><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Psychotherapie f\u00fcr Kinder und Jugendliche&nbsp; Eine Psyche hat jeder Mensch, so wie jeder Mensch einen K\u00f6rper hat. 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